Niedrigere Heizkosten, Verhinderung von Wärmebrücken und Verbesserungen des sogenannten U-Wertes (DIN EN ISO 10077), der den Wärmeverlust eines Bauteils angibt, bedeuten allesamt Vorteile für Hausbesitzer und Mieter. Im Winter fühlt sich das Haus behaglich warm an, im Sommer schützen isolierte Fenster vor Hitze. Alle diese Ansprüche erfüllt die Wärmeschutzverglasung, denn die Fenster sind damit isoliert, gut gedämmt und das Glas lässt gleichzeitig viel Licht hindurch.
Eine energetische Sanierung von alten Fenstern lohnt sich. Denn mit einer Modernisierung spart man nicht nur Heizkosten, sondern fördert auch die Wohnqualität und schont die Umwelt. Auch der Gesundheitsaspekt ist nicht zu vernachlässigen. Durch Wärmebrücken kann sich Feuchtigkeit an den Wänden bilden und zur Schimmelbildung führen.
Was versteht man unter einer Warmen Kante beim Fenster?
Fenster bestehen aus mehreren Bauteilen, wie beispielsweise Fensterrahmen, Fensterflügel und die Verglasung zusammengesetzt. Der wärmedämmende Randverbund bei mehrfachverglasten Fenstern gehört ebenfalls zu den Bauteilen. Diesen Randverbund bezeichnet man auch als sogenannte Warme Kante (engl. warm edges).
Die Haupteigenschaft der Warmen Kante: Es verfügt über eine geringe Wärmeleitfähigkeit und hilft dabei, Wärmebrücken zu mindern beziehungsweise vollständig zu reduzieren. Die Warme Kante kommt in den meisten Fällen bei der Isolierverglasung zum Einsatz – und dort als thermisch getrennter Randverbund.
Starre oder flexible Systeme für die Warme Kante: Was bedeutet das?
Bei Warmen Kanten wird zwischen starren und flexiblen Systemen unterschieden. Bei starren Systemen handelt es sich um Abstandhalter aus Edelstahl oder aus thermoplastischem Kunststoff. Diese werden als stangenförmige Hohlprofile verarbeitet und im Fensterrahmen zusammengesteckt oder verschweißt. Die Hohlräume werden dann mit einem speziellen Trockenmittel aufgefüllt.
Für Fenster mit Sonderformen sind starre Systeme allerdings nur bedingt geeignet, denn im Randverbund können durch mögliche Spannungen Risse entstehen, wodurch das wertvolle Gas für die Wärmedämmung entweichen kann.
Dagegen sind flexible Systeme besser für Sonderanfertigungen geeignet, denn diese bestehen häufig aus Kunststoff-Abstandshaltern, welche Bewegungen bei der Verglasung sowie Formen im Randverbund nachvollziehen und durch ihre Elastizität etwaige Spannungen besser ausgleichen können. Zudem eliminieren Kunststoff-Abstandshalter die metallische Wärmebrücke.
Doch was für ein Warme-Kante-System Sie für Ihre Zwecke auch wählen, generell gilt: Mit Warmen Kanten verbessern Sie den Wärmeschutz am gesamten Fenster und nicht nur bei der Verglasung. Das macht den Unterschied!
Aus welchem Material bestehen die Warmen Kanten?
In zahlreichen Fällen bestehen Warme Kanten aus Kunststoff oder Edelstahl. Der Vorteil dieser Materialien: Sie haben eine schwache Wärmeleitung. Durch die Warme Kante wird der U-Wert des gesamten Fensters verbessert – in der Regel um 0,1 W/(m2K).
Übrigens:
Der U-Wert des gesamten Fensters wird mit UW angegeben. Der U-Wert des Glases ist UG.
Darüber hinaus gibt es die Warme Kante aus Kunststoff. Eine Studie hat herausgefunden, dass sich mit hochwertigen Kunststoff-Abstandhaltern bis zu 5,6 Prozent der gesamten Heizenergie einsparen lassen.
Wichtiger Hinweis:
Eigentümer, die ihr Haus energetisch sanieren, sollten sich im Vorfeld bei einem Fachbetrieb über die Einsparmöglichkeiten mit Hilfe der Warmen Kante informieren. Darüber hinaus sollte der Einbau von Fenstern ausschließlich durch einen Fachbetrieb erfolgen.
Welches Material hat das größte Potenzial?
Von den Materialien kann sich Kunststoff klar von den Warmen Kanten aus Edelstahl und Aluminium abheben. Die energetische Verbesserung der Gebäudehülle ist durch Kunststoff eindeutig gegeben. Darüber hinaus hat die Warme Kante aus Kunststoff einen hohen Marktanteil. Im Jahr 2016 lag dieser bei 62,7 Prozent, wie eine Untersuchung herausgefunden hat. Neuere Zahlen gibt es bislang nicht. Die Verwendung von Kunststoff und Edelstahl bewirkt auch eine geringere Wärmeleitung beim Übergang von der Verglasung zum Rahmen, was den sogenannten Psi-Wert für die Berechnung des thermischen Wertes deutlich senkt.
Besteht die Gefahr der Wärmebrücken bei Abstandhaltern?
Die Abstandhalter bei mehrfachverglastem Isolierglas sollen eine warme Kante gewährleisten, damit es auch da warm bleibt, wo es warm bleiben soll. Wenn der Abstandhalter allerdings nicht aus Kunststoff, sondern aus Aluminium ist, besteht die Möglichkeit der Entstehung einer Wärmebrücke. Aluminium sollte bei warmen Kanten also nicht verwendet werden.
Ab wann spricht man von Wärmeschutzverglasung?
Eine Wärmeschutzverglasung beinhaltet Scheiben aus Isolierglas, wobei mindestens eine davon mit Edelmetallen oder Metalloxiden beschichtet ist. Mit dieser Dämmung werden Temperaturschwankungen im Innenbereich maßgeblich verringert. Doch je höher der Technikstandard eines Fensters ist, desto besser ist auch die Wärmedämmung, die Energieeffizienz und der Schutz vor Tauwasser – also vor beschlagenen Fenstern. Warme Kanten bieten in diesem Spektrum eine weitere Steigerung von positiven Eigenschaften.
Was ist der Vorteil von Abstandhaltern zwischen Isolierglasscheiben?
So funktioniert die perfekte Wärmedämmung: Randverbundfenster mit Mehrfachverglasung besitzen Scheibenzwischenräume, die als Wärme- und Schalldämmer mit Edelgas befüllt sind. Zusätzlich sind die Scheiben auf der Innenseite sowie die, welche außen angebracht sind, in der Regel mit einer Low-E-Wärmedämmbeschichtung versehen.
In Randverbundfenstern werden die sogenannten Floatglas-Scheiben darüber hinaus mit einem fest definierten Abstand zueinander gesetzt. Diese warmen Kanten verbessern noch einmal die Wärmedämmung.
Weitere Informationen rund um Warme Kanten und deren PSI-Werte zur Wärmeleitfähigkeit der Abstandhalter gibt es beim Bundesverband Flachglas unter bundesverband-flachglas.de. Hier werden die Messwerte auch nach verschiedenen Materialien sowie nach Zwei- oder Dreifachverglasung aufgeschlüsselt.