Die Verglasung bei Fenstern trägt maßgeblich dazu bei, dass die benötigte Energie im Haus bleibt und nicht nach außen dringt. Mit neuen und 3-fach verglasten Fenstern sparen Haus- und Wohnungseigentümer langfristig Heizkosten. Darüber hinaus verbessert sich mit neuen Fenstern die gesamte Energiebilanz des Gebäudes. Außerdem steigert sich die Wohn- und Lebensqualität. Neue Fenster lassen ausreichend gesundes Tageslicht in die Räume, das sich wiederum positiv auf die Gesundheit auswirkt.
Diese positiven Effekte werden allerdings auch mit 2-fach verglasten Fenstern erreicht. Alle mehrfachverglasten Fenster führen zu einer besseren Gesamtsituation im Haus. Zudem wird das Haus durch neue Modelle optisch aufgewertet und steigt im Wert. Auch in finanzieller Hinsicht findet eine Verbesserung statt.
Doch welche Glasscheiben sind am geeignetsten? Es gibt Fensterscheiben mit einer Gasfüllung, die einerseits energieeffizient sind und andererseits das gesamte Raumklima aufwerten.
Was versteht man unter Fenster mit Gasfüllung?
Um es vorwegzunehmen: Die Fensterscheibe an sich besteht nicht aus Gas. Vielmehr geht es um den Scheibenzwischenraum, der mit Edelgas gefüllt wird. In den meisten Fällen wird der Scheibenzwischenraum mit Argon gefüllt. Aber auch Krypton und Xenon sind als Gasfüllung möglich.
Doch warum setzen Fenster-Hersteller auf die Edelgase zwischen den Glasscheiben? Die Gase haben gleich mehrere Vorteile, von denen Haus- und Wohnungseigentümer profitieren:
- Diese Fenster haben eine schlechtere Wärmeleitung. Das heißt, die benötigte Energie gelangt nicht nach außen.
- Fenster mit Gasfüllung helfen beim Heizkostensparen.
- Die Modelle bieten einen noch besseren Schallschutz als Fenster ohne Gasfüllung in den Scheibenzwischenräumen.
Handelt es sich bei den Fenstern mit Gasfüllung um Isolierglas?
Ja. Fenster, bei denen der Zwischenraum der Scheiben mit Gas gefüllt ist, bestehen aus Isolierglas. Ganz konkret handelt es sich um Flachgläser, zwischen denen sich das Gas befindet. Die Flachgläser werden mit Hilfe eines Randverbunds auf einem bestimmten Abstand zueinander gehalten. Das Gas-Volumen im Zwischenraum bleibt dadurch immer gleich.
Im Gegensatz zur Einfachverglasung bieten Fenster mit Isolierglas einen deutlich besseren Wärmeschutz. Darüber hinaus gehört das Isolierglas bei den meisten Fenstern heutzutage zum Standard. Ob 2-fach-Verglasung oder Fenster mit drei Glasscheiben – in beiden Fällen wird Isolierglas verwendet.
Darüber hinaus besteht für Eigentümer die Möglichkeit, sich das Isolierglas beschichten zu lassen. Die Beschichtung ermöglicht einen effektiven Sonnenschutz, der in den Sommermonaten ein Aufheizen der Räume verhindert. Und dies bei direkt einfallender Sonneneinstrahlung.
Muss man das Gas in der Verglasung nach einiger Zeit austauschen?
Nein. Obwohl sich der U-Wert, der Wärmedurchlässigkeitsgrad des Fensters, nach einigen Jahren leicht nach oben hin verändert, muss das Edelgas im Scheibenzwischenraum nicht ausgetauscht werden. Ganz konkret spricht man vom UG-Wert. Dieser bezieht sich ausschließlich auf die Verglasung. In einem Zeitraum von 20 bis 25 Jahren kann der UG-Wert um 0,1 W/(m2K) ganz minimal nach oben gehen. Der U-Wert bei einem Fenster mit Mehrscheiben-Isolierglas liegt bei 1,3 W/(m2K). Zudem wird es im genannten Zeitraum auch Änderungen in Bezug auf den Schall-Dämmwert geben. Der Wert liegt allerdings bei rund 5 dB. Je nach Art der Fenster kann eine Schalldämmung von 56 dB erreicht werden.
Können die Gase der Gesundheit schaden?
Bei den Gasen des Scheibenzwischenraums handelt es sich für den Menschen um ungefährliche Gase. Zudem sind Gase, wie Argon und Krypton nicht umweltschädlich und dienen ausschließlich der Wärmedämmung und des Schallschutzes. Durch Fenster mit Gasfüllung wird die Wohn- und Lebensqualität in den eigenen vier Wänden deutlich gesteigert.
Können auch große Glasflächen mit Gas gefüllt werden?
Auch bei großflächigen Fenstern, wie zum Beispiel bodentiefen Fenstern oder Dachfenstern ist eine Gasfüllung im Scheibenzwischenraum durchaus denkbar. Allerdings wird bei diesen Modellen in den meisten Fällen auf Verbundsicherheitsglas zurückgegriffen. Es gilt als bruchsicher und bietet einen soliden Einbruchschutz.
Bodentiefe Fenster sind bei Hauseigentümer beliebt und werden im Rahmen einer Sanierung oft nachträglich eingebaut. Allerdings sind die Fenster aufgrund ihrer Größe eine kostspielige Angelegenheit.
Doch sowohl die KfW (Kreditanstalt für den Wiederaufbau) als auch das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) fördern den Einbau der Fenster. Vor dem Hintergrund der Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung wird der Einbau von staatlicher Seite bezuschusst.
Übrigens:
Es ist häufig der Fall, dass für den Scheibenzwischenraum nicht nur ein, sondern mehrere Edelgase verwendet werden. Dadurch erreicht man noch bessere Werte im Bereich der Wärme- und Schalldämmung. Darüber hinaus spielt der U-Wert vom Haus ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei einer unsanierten Fassade, durch die Feuchtigkeit und Kälte ins Innere gelangt, nutzen auch die besten Fenster mit Mehrfachverglasungen nichts. Bei einem Austausch bzw. Neueinbau der Fenster sollte die Fassade vom Haus ebenfalls saniert werden.
Wann lohnt sich eine 3-fach Verglasung?
Haus- und Wohnungseigentümer, die ihre Immobilie komplett- oder teilsanieren möchten, sollten langfristig denken und deshalb auf eine 3-fach Verglasung setzen. Die Mehrfachverglasung bringt für sie die genannten Vorteile:
- verbesserte Wärme- und Schalldämmwerte
- ausreichend Sonnenschutz durch beschichtete Glasscheiben
- gegebene Bruchsicherheit. Vor allem das Verbundsicherheitsglas (VSG) sowie das Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) sind bruchsicher. Im Fall eines Glasbruchs ist die Verletzungsgefahr weniger hoch als bei einer Einscheibenverglasung.
- Verbesserter Einbruchschutz. Fenster mit Mehrfachverglasungen bieten einen besseren Schutz gegen potenzielle Einbrecher – vor allem das VSG.
Ab 2021 sind Fenster mit 3-fach Verglasung in allen Neubauten Pflicht. Das schreibt unter anderem die EU-Gebäuderichtlinie 2010/31/EU fest. Ab diesem Jahr müssen alle Haus-Neubauten dem Standard von Niedrigenergie-Häusern entsprechen. Um die Vorgaben der EU-Richtlinie zu erreichen, sind Fenster mit Dreifachverglasung Pflicht.
Eigentümer, die im Rahmen einer Sanierung einen Austausch ihrer alten Fenster gegen neue Modelle planen, können sich zwischen der 2-fach und der 3-fach Verglasung entscheiden.
Die 3-fach Verglasung ist das Nonplusultra. Sie lohnt sich nicht nur mit Blick auf den U-Wert. Dieser liegt bei 0,95 W/ (m2K). Außerdem spielt der Preis eine wichtige Rolle. 3-fach verglaste Fenster sind zwar teurer als die 2-fach verglasten Modelle., Dafür werden sie von der Förderbank KfW mit 10 Prozent bezuschusst.
Was ist der K-Wert beim Fenster?
Fenster und deren Verglasung sind Bauteile in der gesamten Gebäudehülle. Der K-Wert gibt die Wärmedämmeigenschaften des Fensters beziehungsweise der Verglasung an. Heute wird der K-Wert allerdings mit dem bekannten U-Wert definiert. Die Berechnung des UG-Wertes und des UW-Wertes (U-Wert für das gesamte Fenster) ist identisch mit dem K-Wert. Genau wie bei U-Wert heute, stand ein kleiner K-Wert für eine gute Wärmeleitfähigkeit.
Spielt der Fensterrahmen für die Isolierfähigkeit der Verglasung eine Rolle?
In jedem Fall ist der Fensterrahmen wichtig. Ohne einen tadellos funktionierenden Rahmen hilft auch die beste Mehrfachverglasung nichts. Wenn Eigentümer einen Luftzug am Rahmen spüren oder dieser kalt ist, entweicht wertvolle Energie aus dem Haus. Horrende Heizkosten sind die Folge.
Ebenso wie Fenster und Türen sind die Rahmen die Verbindung nach außen. Bei einer Sanierung, bei der neue Fenster eingesetzt werden, sollte gleichzeitig der Fensterrahmen erneuert werden.